Begleiter durch die Fastenzeit 2020

Zeit und Ewigkeit

Zunächst gilt mein herzlicher Dank Lisa, deren Weihnachtsbrief mit einem Zitat von „Momo“ mich zum Motto des diesjährigen Fastenbegleiters inspiriert hat.

Ja, „Zeit“ ist wirklich ein komisches Ding! Wir alle kalkulieren mit Arbeitszeit oder Terminen und versuchen, diese Zeit „sinnvoll“ zu nutzen. Aber was ist „sinnvoll“ und was ist „genutzte“ Zeit? Als Erstes ist mir da das Lied eingefallen, das viele von Euch so gerne mit mir abends am Lagerfeuer oder vor dem Hajk singen: „Die Schnecke“. In dem Lied dreht sich vieles der üblichen Weltsicht erst einmal um. Da geht es um „stehenbleiben“, „schauen“, „hören“, „staunen“… und nicht darum, alles „rauszuholen“, was nur geht, koste es, was es wolle. Wenn wir mit dem Rucksack unterwegs sind, dann fällt uns das leicht. Da genießen wir die Entschleunigung, passen das Tempo an die Langsamste an in der Gewissheit, dass wir doch ankommen – wenn auch etwas später.

Im Alltag wird das schon etwas schwieriger. Das zeigt ja oft schon die Terminfindung für Sitzungen oder Veranstaltungen – bei mehr als zwei schon oft genug eine schwierige Sache. Bei Krankenbesuchen höre ich oft: „So viel Zeit hatte ich noch nie…“ Dabei bekommen wir doch normalerweise alle gleichviele Stunden pro Tag geschenkt. Trotz der Erfindung vieler Dinge, die uns helfen, Arbeiten schneller zu erledigen, bleibt am Ende des Tages nur mehr Hektik, aber nie mehr Zeit übrig – das ist doch komisch!

Lenken wir in den nächsten Wochen unsere Aufmerksamkeit bewusst auf die Gestaltung unserer Zeit. Wie nehmen wir sie wahr? Was machen wir mit/aus ihr? Von wem/was lassen wir sie uns nehmen? Welche Zeit tut mir ganz persönlich gut?...

In diesem Sinn wünsche ich Euch eine gute Zeit und Gut Pfad durch die Fastenzeit! Sr. Johanna

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