Spiritueller Impuls "Schöpferische Fähigkeiten"

Hallo, schön, dass Du da bist! Sicherlich hast Du schon mal ausprobiert, was Du an kreativen Dingen besonders gut kannst: malen, singen, basteln, töpfern, schnitzen, theaterspielen, … So eine kreative, schöpferische Tätigkeit kann viel Freude machen – einem selber und auch anderen, wenn man sie damit beschenkt. Vielleicht möchtest Du auch was Neues ausprobieren und hast Dich nur noch nicht so richtig getraut. Das ist schade, nur Mut! Vielleicht macht Dir das, was Du neu ausprobierst am meisten Freude oder gelingt Dir am besten. Schöpferische Fähigkeiten können wachsen, können sich entfalten wie die Blüte aus einer Knospe. Dazu braucht es aber auch Ruhe und Zeit, manchmal sogar viel Zeit.

In der Schöpfungsgeschichte heißt es am Ende: „Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte.“ (Gen 2,2). Ohne Ruhe kann auch Gott nicht „schöpferisch“ tätig sein. Und in der Ruhe wird so manches vollendet. Jesus macht es ähnlich. Er lernt genau das seinen Jüngern und lädt sie nach einem anstrengenden Tag ein: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ (Mk 6,31)

  • Wofür wünsche ich mir mehr Zeit/mehr Ruhe?
  • Was möchte ich mal ausprobieren?
  • Wo fehlt mir noch der Mut?

Wenn man schöpferisch tätig ist, kann man dabei aber auch lernen, mit so mancher Situation im Leben kreativ umzugehen. Baden Powell nennt eine dieser Fähigkeiten, die man dabei lernen kann „Findigkeit“ und sagt: „Ein alter Pfadfinder/eine alte Pfadfinderin ist voller Findigkeit. Aus allen Schwierigkeiten oder Nöten findet er oder sie einen Weg.“ Ich darf also ein bisschen „erfinderisch“ werden und mich da einüben. Es gibt eben für so ziemlich fast alles mehrere Möglichkeiten und Lösungen – genauso, wie es beim Malen oder Töpfern bei Formen und Farben nicht „richtig“ oder „falsch“ gibt. Natürlich kann ich Techniken lernen, damit der Ton nicht kaputt geht – aber meine Figur kann ich frei gestalten.

So kreativ geht es im Leben auch. Wenn das eine nicht geht, dann probiere ich es eben anders! Und vielleicht hast Du auch schon mal im Zeltlager erlebt, dass vieles anders läuft und anders gemacht wird als zu Hause – und doch geht´s. Ich erinnere mich z. B. an ein Zeltlager, an dem ich als Leiterin vergessen habe, ein großes Küchenmesser einzupacken. Blöd, aber passiert halt. Wir haben die Melone dann mit dem Beil zerhackt – und meine nun schon erwachsenen Wichtel erzählen mir heute noch oft davon. Der Geschmack der Melone war übrigens so wie immer – egal ob Messer oder Beil!

In diesem Sinn wünsche ich Dir, dass Du Deine schöpferischen Fähigkeiten immer mehr entfalten und nutzen kannst für Dich und andere und dass Du mit Deiner „Findigkeit“ immer eine Möglichkeit entdeckst, um Deinen guten Weg weiter zu gehen. Gut Pfad!

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Spiritueller Impuls - einmalig sein

Vielleicht bin ich manchmal wie eine Kastanie. Ein bisschen eingeigelt, stachelig von außen betrachtet. Verletzend vielleicht, aber auch sehr verletzlich. Aber innen, tief in mir berge ich einen Schatz – nicht nur, aber auch für die Kinder, die mir begegnen. Gut, vielleicht werde ich von vielen nicht beachtet, vielleicht verkannt. So wie manche Menschen einfach an Kastanien vorbeigehen und nicht wissen, was man mit Kastanien alles „anstellen“ kann.

Wenn ich die Kastanie genau anschaue, dann hat sie ein einzigartiges Muster. Das ist wie ein Fingerabdruck. Keine gleicht der anderen, obwohl sie jetzt wirklich in rauen Mengen fallen. Einzigartig bin auch ich, mit ganz eigenen Fähigkeiten, Macken und Kanten. So wie jede Kastanie „geprägt“ ist von den Linien, so bin auch ich geprägt. Und ich kann anderen ein bisschen von meinem Lebensfingerabdruck mitgeben, kann sie prägen.

Aus Kastanien kann man tolle Sachen basteln – aber das geht nur, wenn ich mehrere zusammenfüge. Auch bei uns gelingen Dinge besser, wenn wir sie miteinander angehen, uns an der je passende Stelle einbringen.

Guter Gott, so wie die vielen Kastanien, hast Du auch jede von uns einmalig und einzigartig geschaffen. Jede von uns ist geprägt von vielerlei Dingen, vom je eigenen Lebensmuster. Hilf uns, gute Erfahrungen und Fähigkeiten zu teilen und einzubringen in unsere Gemeinschaft, damit wir die Welt in pfadfinderisch-positiver Weise mitprägen können. Amen.