Dein Fastenkalender 2021

2. Fastenwoche

So ein kleiner Tollpatsch! Die kleine Schwalbe ist dreimal aus dem Nest gepurzelt und saß bzw. lag dann immer etwas benommen unten auf dem Pflaster. Eine Hand voll Leben – bibbernd, frierend und allein. Im Evangelium ist die Rede davon, dass kein Spatz vom Himmel fällt, ohne dass Gott es will. Wenn wir „durchgetaktet“ sind, der Terminkalender voll und die Akkus leer sind, dann kommt oft noch eine neue Aufgabe dazu, die wir uns so nie ausgesucht hätten. So kam „Purzelchen“ völlig unerwartet – und auf einmal dreht sich alles darum, diesen kleinen Kerl regelmäßig zu füttern und ihn warm zu halten. Da treten andere „wichtige“ Dinge etwas in den Hintergrund. Für ihn geht es ums Überleben – und für mich darum, das kleine Leben zu schützen und zu pflegen. Da fallen mir die Diskussionen ein, die über Sterbehilfe geführt werden/wurden. Welches „Verfügungsrecht“ haben bzw. nehmen wir uns über das Leben? Wer bestimmt, wann oder wie Leben lebens-wert ist? Sind wir uns wirklich bewusst, dass Leben nicht gemacht werden kann, wie man das manchmal von coolen Vätern hören kann, sondern immer geschenkt ist?

Vorschläge für die Woche:

  • Ich bin aufmerksam für „das Leben“ um mich herum und für mein eigenes Leben.
  • Ich überlege mir, was mein Leben ausmacht, was gut ist und was ich u. U. ändern möchte/muss.

Ich versuche, mich bewusst für das Leben einzusetzen – sei es in einem bewusst gestalteten Garten, durch bewussten Einkauf oder durch einen Besuch im Altenheim oder Krankenhaus.

2. Fastensonntag

WERT: Leben

 

Leben

eine Hand voll

abgestürzt

ausgestoßen vielleicht

gefallen

verloren

Leben

einzigartig

vielfältig

nicht frei verfügbar

nicht verhandelbar

schutzbedürftig

Leben

anvertraut

zugemutet

immer

Geschenk

immer nur

geliehen

1. Fastenwoche

„Wer da glaubt, er könnt´alleine geh´n, wird in dieser Welt sehr schnell verweh´n“, singen wir oft in einem meiner Lieblingslieder am Lagerfeuer. Ja, ohne Freundschaften gelingt das Leben nur schwer bis gar nicht. Freundschaften sind also unglaublich wertvoll. Wie froh und dankbar war ich, dass liebe Menschen mir geholfen haben, als ich vor der – für mich völlig neuen Herausforderung – stand Onlinekurse halten zu müssen. Wie schön ist es, wenn ich jemanden anrufen kann und mir dann ein offenes Ohr und Verständnis geschenkt wird, selbst wenn auch die andere keinen guten Rat für mich hat. Da merke ich dann, dass mir das kostbarste geschenkt wird: Zeit und Freundschaft! Lebenszeit zu teilen ist ein unglaubliches Geschenk und ganz und gar nicht selbstverständlich. Auf echte Freund*innen muss ich mich verlassen können – und sie auf mich. Deswegen müssen Freundschaften gepflegt werden und die andere muss merken: Du bist mir wertvoll! Freundschaften tragen nur wenig, wenn man nur schöne Stunden teilt und bei Schwierigkeiten ausweicht.

 Vorschläge für die Woche:

  • Ich überlege mir, welche Menschen mir WERT-voll sind, lasse Erinnerungen mit ihnen hochkommen und bedanke mich bei ihnen für die Freundschaft.
  • Ich versuche bewusst, meine Freundschaften zu pflegen und mir Zeit zu nehmen.

Ich bin aufmerksam dafür, wo ich etwas lieber versuche alleine zu machen/durchzutragen und überlege, warum es mir schwer fällt, andere zu bitten mir zu helfen.

1. Fastensonntag

WERT: Freundschaft

 

Freundschaft

ein offenes Ohr

eine helfende Hand

ein mitfühlendes Herz

ein freundlicher Blick

Verständnis

Korrektur

echte Freundschaft

unendlich

WERT-voll

verzeihen

neu anfangen

zusammensetzen

nicht auseinander

gemeinsam teilen

Zeit

Freude

Sorgen

gemeinsam getragen

unter Freunden

Donnerstag bis Samstag

Wer bin ich? Die Frage ist nicht neu – und hat auch nichts mit einer ehemaligen Fernsehshow zu tun. „Wer bin ich?“, die Frage können und sollten wir uns immer wieder stellen. Die Antwort darauf ist freilich vielfältig und wird sich immer wieder wandeln. „Jeder Mensch hat zwei Gesichter“, weiß der Volksmund. Nur zwei? Steckt nicht in jeder von uns eine Vielzahl von Eigenschaften und Charakteren? Was ist nun wahr, wer bin ich wirklich? Ich denke, ein bisschen von allem. In jeder steckt Engelchen und Teufelchen, Chaot und Organisator. Wichtig ist, denke ich, dass wir über all dem nicht vergessen, dass wir „Staub“, also vergänglich sind – und trotz allem Gottes geliebtes Kind. Bin ich mir der Würde aller – unabhängig von Sym-pathie - als Gotteskind bewusst?

In der Bibel heißt es: Wer bist Du, dass Du über Deinen Nächsten richtest? (Jak 4,12). Manchmal ist es nicht einfach, wenn ich selbst gerade meine, ein „Engelchen“ zu sein, mit den „Teufelchen“ um mich herum gut umzugehen oder in einer Chaotenphase mit dem Organistations- oder Ordnungs-talent der anderen klar zu kommen. Aber umgekehrt ist´s genauso und alles kehrt sich ganz schnell wieder um, wie wir´s im Lied vom Scherenschleifer immer wieder singen…

Vorschläge für die Woche:

  • Ich nehme mir in dieser Fastenzeit bewusst Zeit, um mit mir selber und mit anderen gut in Kontakt zu kommen.
  • Ich überlege mir, wer alles in mir steckt.
  • Ich versuche nicht zu interpretieren und zu richten.

Ich mache mir bewusst, dass alle geliebte Kinder Gottes sind.

Aschermittwoch

WERtschätzung: Wer bin ich…

Wer

bin ich

mitfühlende Freundin

verlässliche Partnerin

eingebildete Chefin

Heldin

Versagerin

Schauspielerin

eiskalte Kalkulatorin

Forscherin

Clown

Träumerin

geprügelter Hund

schräger Vogel

dumme Kuh

„Gedenke Mensch…“

wer du bist

und kehr um

geliebtes

Kind Gottes

WEIL DU MIR´S WERT BIST

Zunächst gilt mein herzlicher Dank allen, die mir für diesen Kalender die Bilder zur Verfügung gestellt haben, nachdem ich im „Corona-Jahr“ kaum Fotos von unseren online-Aktionen hatte. Danke auch Birgit: Bei so manchem Spaziergang oder Telefonat ging es im vergangenen Jahr immer wieder auch um „Wertschätzung“, um den Wert der Arbeit, der Beziehungen,… und um das Große, was Gott uns immer wieder neu schenkt.

Ich habe immer wieder dieses Wort auseinander gelegt: WERtschätzung à Wer bin ich? Wer sind die anderen (für mich)? Wer ist Gott für mich? WERTschätzung à Welchen Wert gebe ich den Dingen, den Ereignissen oder den Menschen, die mir tagtäglich begegnen? Nach welchen Maßstäben ordne ich die Wichtigkeit, setze ich die Prioritäten? Was sind die Werte, die mir wichtig sind? Welchen Wert hat meine Beziehung zu Gott? WertSCHÄTZung à Von wem werde ich geschätzt? Wen schätze ich? Welchen Schatz berge ich? Wer/Was/Wo ist mein „Schatz“?

Wertschätzung – danach sehnen wir uns alle, und ohne das Gefühl „etwas Wert“ und „geschätzt“ zu sein, kann der Mensch krank werden. Auch wenn wir vielleicht ab und an das Gefühl haben im wahren Wert verkannt zu sein oder nicht genug geschätzt zu werden, Gott kennt meinen Wert sicher und Er schätzt mich sehr: „Weil Du mir´s Wert bist“, könnte Gott sagen, habe ich meinen Sohn auf die Erde geschickt.“ „Weil Du mir´s Wert bist, ist mein Sohn für Dich am Kreuz gestorben.“ „Weil Du mir´s Wert bist, schenke ich Dir immer wieder einen neuen Anfang.“… Welch großartige Zusagen, die Gott uns da macht – welchen Wert, den Er uns zumisst! Das kann man doch nicht hoch genug schätzen!

 In diesem Sinn wünsche ich Euch eine gute Zeit und Gut Pfad durch die Fastenzeit!

Bildnachweis:
Aschermittwoch: von Natalie, Sarah, Gine Stamm Friedberg, 3. Fastensonntag: Eva, Stamm Friedberg
4. Fastensonntag: Stamm Oberhausen, 5. Fastensonntag: Familie Möck, Stamm Friedberg
Palmsonntag: Lea, Stamm Friedberg, Gründonnerstag: Lisa, Stamm Friedberg
Karfreitag: JoJo, Schwabegg, Karsamstag: Annalena, Schwabegg

Hier ist der Fastenkalender zum download

Fastenkalender 21 A4 Weil du mirs wert bist.pdf (1,8 MiB)